Geschichte

Zinten ist eine alte Ordensstadt. Die Gründung erfolgte 1313, die erste urkundliche Erwähnung datiert von 1325 und die Handfeste wurde ihr im Jahr 1352 durch den Hochmeister des Deutschen Ritterordens, Winrich von Kniprode, verliehen. Mit Kirche, Ordensmühle, Stadtmauer und wehrhaften Toren liegt es idyllisch am Stradick.

Im 15. 16. und 17. Jahrhundert wurde Zinten in mehrere Kriege hineingezogen und in seiner Entwicklung stark behindert. Es erlitt immer wieder verheerende Verluste an Menschen, Vieh und Gebäuden. Einige der Kriege sollen erwähnt werden: 1414 der „Hungerkrieg“ zwischen Ordensstaat und Polen, ab 1454 wird Zinten im „13jährigen Krieg“ mehrmals belagert und blutet wirtschaftlich aus. Auch der Ordensstaat ist wirtschaftlich am Ende. Er muß die kleine Ackerbürgerstadt von 1480 bis 1501 an Söldnerführer verpfänden.

Ab 1520 beginnt der „Reiterkrieg“ gegen Polen. Wieder ist Zinten davon betroffen. Im Jahr 1628 – es herrscht der „1. schwedisch-polnische Krieg“ – wird Zinten erneut stark in Mitleidenschaft gezogen. Dazwischen liegen auch wieder Unglücke von großen Bränden und Seuchen. Selten bleibt dem Städtchen eine längere Phase der Erholung. Bis ins 19. Jahrhundert bleibt es eine Ackerbürger- und Handwerkerstadt. Die Tuchmacher sind dabei das führende Gewerk und bewirken Zintens Ruf als bekannte Tuchmacherstadt. Das gesamte 19. Jahrhundert ist Zinten – mit nur geringen Unterbrechungen eine kleine Garnisonsstadt. Die Kriege Napoleons lasten ebenfalls schwer auf Zinten.

Ab 1807 bis 1812 ziehen ständig Truppen verschiedener Mächte (Frankreich, Russland und natürlich Preußen) durch Zinten – längere Einquartierungen sind die Regel – und belasten den Stadthaushalt und die Bevölkerung stark. Noch viele Jahrzehnte danach beginnen die Erinnerungen älterer Zintener mit „als die Franzosen hier waren… Nach den Befreiungskriegen folgt eine lange Friedenszeit und die wirtschaftliche Lage bessert sich zusehends.

Es geht es aufwärts. 1830 wird in der Innenstadt das erste Straßenpflaster verlegt. 1837 baut der Schweizer Färbermeister Rudolf Kindelmann am Stradick oberhalb Zintens einen Eisenhammer, die erste industrielle Kleinanlage. Später wird daraus die große Landwirtschaft mit Getreidemühle „Rudolfshammer“. Es folgen der Bau der Stadtschule, die Gründung der Vereinsbank, des Männerturnvereins, der Feuerwehr, der Molkerei, Brunnen werden neu gebohrt, Zinten wird Bahnstation usw. Das Städtchen entwickelt sich. Aus der näheren und weiteren Umgebung ziehen Neubürger zu.

An den Einwohnerzahlen ist es abzulesen: im Jahr 1800 = 1.367 Einwohner, 1840 = 2.187, 1871 = 3.194, 1900 = schon 3.585 Einwohner. In den Jahren um die Wende des 20. Jahrhunderts brennen alle vier Häuserreihen um das Rathaus ab. Es werden jeweils umgehend große, städtische Neubauten errichtet und geben dem Stadtbild ein prägendes Äußeres. Die dreißiger Jahre zeigen den größten Umschwung Zintens. Mit der Gründung des Verkehrsvereins, dem Bau das Waldbades, der Ski-Sprungschanze wird die Stadt immer bekannter und anziehender. 1938 wird Zinten erneut Garnisonsstadt. Neue Siedlungen entstehen für Soldatenfamilien und andere Neubürger. Die Einwohner fühlen sich sehr wohl in dieser schmucken Stadt.

Leider ist die Zeit nur kurz. Ab Herbst 1944 strömen deutsche Flüchtlinge aus den östlichen Kreisen hinein. Im Januar 1945 zählt der Magistrat rund 20.000 Einwohner. Am 5. Februar erlebt Zinten den großen sowjetischen Fliegerangriff. Der Großteil der Flüchtlinge und Einwohner verlässt die Stadt fluchtartig. Trotz wochenlangem Widerstand der deutschen Soldaten besetzen sowjetischen Truppen Zinten nach schwersten Kämpfen endgültig am 25. Februar 1945. Was nicht durch Krieghandlungen zerstört worden war, wurde im Laufe der Zeit bewusst zerstört. Die Steine wurden mehrheitlich zum Wiederaufbau von Leningrad verwendet. Die Stadt Zinten hat aufgehört zu existieren. Das russische Gemeinwesen wurde 1946 in Kornewo umbenannt.

Comments are closed.